Jetzt, mitten in den Frauendreissigst, dieser satten Zeit im auslaufenden Sommer, in dem sich die Erdgöttin so verschenkt, möchte ich euch ein ganz besondere Göttin vorstellen: Erce, die Erdmutter ist nicht nur im angelsächsischen, sondern auch im slawischen Raum bekannt.
Sie ist eine dreifache Göttin – jung im Frühling, eine werdende Mutter im Sommer und eine Alte, wenn der Winter kommt.
Jedes Frühjahr ehrt man sie im slawischen Raum, indem man Milch, Mehl und Wasser in die Furchen des frisch umgepflügten Bodens gießt, damit soll sie milde gestimmt und besänftigt werden.
Haben die Menschen ihr Wohlwollen erlangt, so kommt sie im Herbst als Erntegöttin mit ihrem übervollen Füllhorn wieder, mit dem sie ihren Segen über der Menschheit verteilt.
Die magischen Gesänge für die Erdmutter
Erce in dieser Schreibweise ist nur durch eine einzige Quelle belegt, dem Æcerbot, einem angelsächsischen Zauber aus dem 11. Jahrhundert, der als „Feldzauber“ bekannt ist.
Ihr Name „Erce, Erce, Erce eorþan modor“ (Erdmutter) wird dreimal bei einem Ritual gesungen, das einen ganzen Tag dauert.
Bei diesem Ritual werden vier Erdsoden vom Feld genommen und ein Bündel auf die Wurzelmatten aufgetragen. Sie werden dann zurückgegeben und die magischen Gesänge werden fortgesetzt, während das Feld gepflügt wird.
Es gibt einige christianisierte Elemente des Rituals (z. B. die Verwendung von Weihrauch im Bündel und das Hinzufügen kleiner Kreuze auf jeder der Grasnarben).
Die Hauptelemente des Rituals scheinen jedoch Teil einer älteren authentischen Tradition zu sein.
Das Wort Erce stammt von „eorcnan“, was „wahr, echt oder heilig“ bedeutet, oder von einem früheren Göttinnennamen, der höchstwahrscheinlich „Eorce“ war, was „Mutter der Erde“ bedeutet.
Der Zauber der dreifachen Göttinnen
Ich liebe ja diese dreifachen Göttinnen, die junge Weiße, die rote Fruchtbare und die schwarze Alte. Beim Malen dieses Bildes ist mir wieder bewusst geworden, dass wir Frauen alle diese Lebensstadien in uns haben. Egal wie alt wir sind. Ich kann jung und neugierig wie eine 13-Jährige sein, jenseits meiner körperlichen Fruchtbarkeit in fruchtbare Schöpfungsprozesse eintauchen und ich staune immer wieder über ganz junge Frauen, die mit einer unglaublichen Lebensweisheit daher kommen.
Unabhängig vom Lebensalter bahnt sich immer wieder eine ihren Weg in mein Leben, mein Handeln, mein Bewusstsein. Und in der Zeit, als ich das Bild der Erce gemalt habe, habe ich sehr darauf geachtet, welche sich gerade zu Wort meldet – ich will jetzt ein Eis und das sofort / ich glaube, ich brauche jetzt ein kleines Mittagsschläfchen / oh da hab ich gerade eine gute Idee für ein neues eBook …
Zu den dreifachen Göttinnen habe ich übrigens auch HIER einige meiner Überlegungen geschrieben.
Die wilde Natur
Was mir an Erce so gut gefällt: Sie wird sie als eine wilde Vegetationsgöttin wahrgenommen.
Sie ist also eher nicht eine dieser mütterlich-sanften, sich verschenkenden Erdgöttinnen, sondern symbolisiert eher die wilde, ungezähmte Erdkraft. Als solche kann sie grausam, ja tödlich sein, Nahrung verweigern, Naturkatastrophen schicken.
Deswegen wird sie auch so innig in den Feldzaubern beschworen – mit Zaubergesängen und rituellen Taten, um die Erde zu heilen, während der Pflug mit Öl, Paste, Weihrauch, Salz und Fenchel gesalbt wird, damit ihn die Erdkruste ihn gnädig aufnehmen möge.
Es heißt, sie schütze auch alle Frauen, die sich mit der Natur im Außen verbünden und ihre wilde Natur im Innen anerkennen und leben.
Wie ist meine wilde Natur, als Weiße, als Rote und als Schwarze?
Wie nähre ich sie, wie tanze ich sie, wie bringe ich sie zum Ausdruck?
Fragen, von denen ich das Gefühl hatte, dass sie Erce mir zuflüsterte, als ich ihr Bild gemalt habe.
Ich habe einige Antworten darauf gefunden. Vielleicht hörst du auch ihr Flüstern …
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