Der 13. August war im antiken Rom ein besonderer Feiertag, er war den Camenae gewidmet.
Eine Camena (Plural Camenae) ist eine etwa den griechischen Nymphen vergleichbare römische Quellgöttin. Und so eine Camena ist vor kurzem auf einer meiner Leinwände erschienen. Eine, bei der alles im Fluss ist. Aah, dieses wunderbare Wasser, das gerade jetzt im August so erfrischend und so wichtig ist.
Kein Wunder, dass diese Göttin im Alten Rom gerade mitten im August besonders gefeiert wurde.
Die Camenae treten meist in der Mehrzahl auf und wurden in einem Hain in der Nähe Roms mit Weihegaben in Form von Wasser und Milch bedacht.
Die Herkunft und Bedeutung des Namens sind umstritten. Aufgrund der älteren Namensform Carmena bzw. Casmena gibt es einen Zusammenhang mit dem lateinischen Wort „carmen“ (= Lied bzw. Gedicht). Daher wurden die Camenae als Göttinnen der Dichtkunst bzw. der Kunst verstanden.
Wichtig ist ihr fließendes Element: Alles ist im Fluss. So wie das Wasser unaufhörlich aus ihrer Quelle fließt, so ergießen sich auch Gedanken und Inspirationen, Ideen und Einfälle bei all jenen, die sich der Energie von Camena hingeben.
Und tatsächlich: Beim Malen der Camena hatte ich das Gefühl, dass mich tatsächlich die Muse küsst und ich von Inspirationen durchflutet werde. Und sie ist ganz leicht und wie selbstverständlich auf die Leinwand geflossen.
Hellsehend und weissagend
Die Camenae wurden daher bereits früh mit den griechischen Musen gleichgesetzt, etwa in der Odusia des Livius Andronicus.
In der modernen Forschung wurde diese Etymologie zunächst übernommen, doch wurde das Grundwort „carmen“ eher im Sinne von „Weissagung“, „Orakellied“ bzw. „Orakelspruch“ interpretiert und in der Camena eine hellsehende und weissagende Göttin gesehen.
Weissagungen wurden früher meist in Lied- oder Versform vorgebracht. Daher werden die Camenae auch als Göttinnen des Gesanges und der Dichtkunst im ganz allgemeinen angesehen.
Der 13. August ist auch der Festtag der Göttin Diana, an dem sich Frauen bei der Göttin für ihre Hilfe im vergangenen Jahr bedanken und um Beistand für die Zukunft bitten.
Diana, die Göttin des Waldes zieht in diesem mit Nymphen umher, daher sind die Camenae möglicherweise auch deren Gespielinnen.
In der Quelle der Camena wurde ursprünglich die Quellnymphe Egeria verehrt. Sie galt als Beraterin des mythischen Königs Numa. Dieser hätte laut Plutarch besonders die Camena Tacita, die Schweigsame, verehrt. Das ist insofern erstaunlich, weil die Weissagungen der Camenae ja gesungen werden.
Allerdings gehört auch das Stillschweigen zu den Tugenden einer Camena, weil jede Erkenntnis aus der schweigsamen Innenschau und Meditation heraus geboren wird.
Die besondere Heil- und Musenquelle
Die „Virgines Vestales“, die Priesterinnen der Göttin Vesta schöpften das Heilwasser aus der Quelle der Camena. Mit diesem reinigten und weihten sie auch den Tempel der Vesta.
Dieses Wasser galt als besonders reinigend und bewirkte nicht nur körperliche, sondern auch seelische Heilung und war Quell jeglicher Inspiration. Daher wurde die Heilquelle der Camena auch zur Musenquelle.
Meditationen an Quellen scheinen sich vorzüglich zum Wahrsagen eignen. Die Kunst des „hellen Sehens“ und „weisen Sagens“ erscheint für eine Quellgöttin ja nur allzu logisch, kennt sie doch den Ursprung allen Seins.
Es gibt Geschichten, die davon erzählen, dass die Nymphe Camena all jene, die ihr die Ehre erweisen, mit der Gabe der Zukunftschau und Prophetie belohnt.
An ihren Ehrentag, dem 13. August scheinen daher dementsprechende Rituale an Quellen durchgeführt worden sein, bei denen Kräuter, die ja zu dieser Jahreszeit durch und durch sonnengereift sind, vermutlich eine Rolle gespielt haben.
Eine gute Gelegenheit, heute, am 13. August sich der Energie der Camena hinzugeben. Besonders wenn in deinem Leben etwas in Fluss kommen soll.
Begib dich dazu am besten zu einem fließenden Gewässer, meditiere dort und tauche ein in den Ursprung allen Seins.
Mehr zu den erwähnten Göttinnen:
Camena
Diana
Egeria
Tacita
Vesta
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