Wie neulich schon bei der Göttin Bat beschrieben, wurde die Milchstraße immer wieder als die Muttermilch einer Göttin wahrgenommen. So auch bei der Göttin Lat.
Sie galt in der Antike als universelle Nahrungsquelle. Das italienische Wort „latte“ für Milch bzw. ihre spanische und französische Variante (leche bzw. lait) leitet sich von dieser Göttin ab.
Als Mutter des vorrömischen Latiums ist Lat einer jener großen Mondgöttinnen, die zum einen alles in das milchig-weiße Mondlicht taucht. Zum anderen sah man im Mond eine nie versiegende himmlische Mutterbrust aus der die Milchstraße fließt und die für alle Flüssigkeiten und damit auch für alle Nahrung auf Erden — für Wasser, Milch, Blut, Pflanzensäfte — zuständig ist.
Das schließt vor allem auch die Muttermilch ein — jene von Frauen wie auch die von weiblichen Tieren. Dieses allererste Nahrungsmittel wurde als ganz besonderes Geschenk der Göttin angesehen.
Lat und ihre „Latifundien“
Auf die Göttin Lat ist die matriarchale römische Kultur zurückzuführen. Mit dem alten Wort „Latifundien“ sind die den Matriarchinnen eigens von der Göttin zugeteilten Landstücke gemeint.
Die matriarchal strukturierte Insel Malta hieß früher Ma Lata (Mutter Lat). Als Leda hat Lat das goldene Weltenei – die Sonne – gelegt. Speziell im arabischen Raum ist die Göttin als Al-Lat sehr verbreitet, sie wurde jedoch in den männlichen Allah umgewandelt.
Allerdings findet sich ihr weibliches Symbol, der Mond immer noch auf den Fahnen islamischer Staaten.
Auch im vordynastischen Ägypten wurde diese Milch-Mondgöttin bereits verehrt, der eines der ältesten Orakel-Heiligtümer geweiht wurde.
Die GriechInnen nannten es „Latopolis“. Bei den ÄgypterInnen hieß es „Menhet“ — Haus des Mondes.
Vereint das himmlische und das Meeresblau
Beim Malen der Göttin Lat bin ich so richtig gut in Fluss gekommen. Von meinem Malplatz in Zakynthos habe ich so wunderbar aufs Meer geblickt, nächtens habe ich mich an der Milchstraße erfreut. Meer und Sternenhimmel – das hat einen so beruhigenden Chararakter und gibt mir das Gefühl, dass alles in Ordnung ist, dass ich immer genährt bin. Getragen von einer mütterlichen Kraft, beschützt von der Göttin.
Inspiriert vom himmlischen und vom Meeresblau sind die Farben ganz leicht auf meine Leinwand geflossen und haben mir so eine selbstverständliche und gleichzeitig uralte Leichtigkeit vermittelt. Nichts, wo ich viel nachdenken musste, Lat ist einfach aus den Meereswellen aufgetaucht und hat sich verströmt. Wie schön!
Mehr zu den erwähnten Göttinnen:
Al-Lat
Lat
Leda
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