Eine Kuh als Göttin?
Ja, es gibt eine ganze Reihe an Göttinnen, die als Kühe dargestellt oder in mit ihnen in Verbindung gebracht werden, wie z.B. Audhumbla, Aditi, Ninhursanga, Hathor, Surabhi, Hera, Isis, Io, Nut oder Galatea.
Eine davon ist die ägyptische Bat.
Eine Göttin als Kuh? Wie haben wir uns das vorzustellen?Menschen haben immer schon Kühe mit den Eigenschaften nährend, mütterlich, beschützend und fürsorglich verbunden.
Diese so großen und gleichzeitig so sanften Tiere mit ihren schönen großen Augen. Die griechische Hera z.B. wurde auch die „Kuhäugige“ genannt, was ein besonderes Kompliment für ihre schönen Augen ist.
Kühe schenken den Menschen Milch und Wärme. Das ist der Ausdruck von Mütterlichkeit. Legten sich Menschen in früheren Zeiten im kalten Winter neben oder zwischen ihre Kühe, dann hatten sie ganz sicher das Gefühl, neben diesem großen, warmen Körper wie ein Kind neben der Mutter zu liegen. Und Kuhmilch war immer schon eine Hauptnahrungsquelle.
Die Kuh im Himmel mit ihrer Milchstraße
Kühe werden daher oft auch als himmlische Kühe wahrgenommen, die die gesamte Menschheit nähren – ihre göttliche Milch ist die ganze Milchstraße, die sich sozusagen über die Erde ergießt.
So auch bei Bat. Eine prädynastische Palette zeigt eine Kuhgöttin von Sternen umgeben. Die Sterne weisen auf ihre kosmische Bedeutung hin. Die Milchstraße symbolisiert die Nahrung, die die Bat über den Himmel gießt. Dadurch wird sie zum Symbol des Lebens, zur mütterlichen Nahrung gebenden Kraft.
Beschützerin der Verstorbenen
Texte aus dem Alten Reich beschreiben sie oft als schützende und fürsorgliche Göttin. So erscheint Bat beispielsweise in Zaubersprüchen, die verstorbene Pharaonen ins Jenseits geleiten. Insbesondere beschützt sie den König auf seiner Reise und sorgt für eine sichere Passage durch die Unterwelt, um in den Himmel zu gelangen.
Auch in den Sargtexten (einer Sammlung altägyptischer Bestattungszauber) spielt Bat eine große Rolle. Diese Texte aus dem Mittleren Reich zeigen sie oft als Beschützerin der Verstorbenen, denen sie eine sichere Reise durchs Jenseits gewährleistet. Dabei fungiert sie als Führerin und Helferin und hilft bei der Überwindung von Hindernissen.
Was für ein anderer Zugang als z.B. der christliche, wo ja als Alternative zum Himmel Hölle und Fegefeuer befürchtet werden. Auch in ihrem Todesaspekt erweist sich Bat in ihrer mütterlichen Qualität – als „Todesmutter“, die die Verstorbenen sicher in ihre andere Existenz geleitet. Diese Eigenschaft haben übrigens viele sogenannte Todesgöttinnen – sanft, mütterlich, beschützend …
Bats Gesicht wird auf einigen Artefakten von zwei nach innen gebogenen Hörnern eingerahmt, die möglicherweise die Mondsicheln darstellen. Diese Hörner unterscheiden sie auch von der Darstellungen der Göttin Hathor, deren Hörner sich meist nach außen wenden und zwischen denen sich eine Sonnenscheibe befindet. Zwischen den mondförmigen Hörnern der Bat sehen wir oft einen oder mehrere Sterne. Daraus kann geschlossen werden, dass Hathor der Tages- und Bat der Nachtaspekt der Kuh- und Himmelsgöttin ist.
In den Pyramidentexten wird die Göttin auch als „die große wilde Kuh“ und „Bat mit den beiden Gesichtern“ bezeichnet, was darauf hinweist, dass sie gleichzeitig in die Vergangenheit und in die Zukunft schauen konnte.
Seelen der Frauen
Bei ihrem Namen scheint es sich um die weibliche Form des Wortes „ba“ zu handeln, was „Seele“ oder „Manifestation“ bedeutet. Bat verkörpert also die Seelen der Frauen.
Sie wird auch als Fruchtbarkeitsgöttin verehrt, die kinderlosen Frauen zur Empfängnis verhelfen kann. Sie bewirkt dabei, dass sich eine Seele auf Erden manifestieren kann.
Das „ba“ einer Person entspricht in etwa der Persönlichkeit oder Ausstrahlung einer Person und wird oft mit „Seele“ übersetzt.
In den Pyramidentexten wird die Göttin auch als „die große wilde Kuh“ und „Bat mit den beiden Gesichtern“ bezeichnet, was darauf hinweist, dass sie gleichzeitig in die Vergangenheit und in die Zukunft schauen konnte.
Die Göttin als Musikinstrument
Die Darstellung von Bat hielt sich während der gesamten Geschichte des alten Ägypten auf dem Sistrum, einem heiligen Instrument, das mit religiösen Praktiken in Verbindung gebracht wurde. Das Sistrum ist ein ankhförmiges Musikinstrument, eine Rahmenrassel, die in altägyptischen Tempeln zu den am häufigsten verwendeten heiligen Instrumenten zählte.
Daher wird Bat auch mit Musik in Verbindung gebracht. Insbesondere war man im alten Ägypten der Ansicht, dass der Klang des Sistrums böse Geister abwehrt und daher Bats Charakter eine Schutzfunktion hat.
Einige Instrumente enthielten Darstellungen von Bat, wobei Kopf und Hals als Griff und Basis dienten und die Rasseln zwischen ihren Hörnern platziert waren. Die Abbildungen wiederholen sich auf beiden Seiten des Instruments und weisen zwei Gesichter auf.
Zu den Ritualen für Bat gehören Musik und Tanzzeremonien.
Und auch mit Tanzen konnte ich Bat für mich erfahrbar machen – und das unter dem Sternenhimmel Griechenlands, bei dem ich mir vorstellen konnte, wie die große Kuhgöttin ihre himmlische Sternenmilch auf uns herabgießt.
Das sind so die Inspirationen, die mich beim Malen des Bildes der Bat geleitet haben.
Und auch ihre Eigenschaft als gütige und führende Todesmutter und als Inbegriff der Seele aller Frauen hat mich beim Malen dieses Bildes besonders bewegt.
Willst du mit Bat in die Seele aller Frauen eintauchen, dich mit ihrer nährenden und schützenden Energie umhüllen, dann tanze unter dem Sternenhimmel ihren Tanz!
Du wirst sehen – das hat was!
Mehr zu den erwähnten Göttinnen:
Aditi
Audhumbla
Bat
Galatea
Hathor
Hera
Io
Isis
Ninhursanga
Nut
Surabhi
********************
Die Bilder, die hier präsentiert werden, gibt es im artedea-Shop bis Ende Juli mit einem
Rabatt von 15 %.
Bat als Replik
Bat als Fineart-Druck
Gib dazu im Bestellvorgang bei: „Möchten Sie einen Gutschein einlösen?“
den Code:
julibilder
ein und klicke auf „Aktualisieren“. Der 15%-Rabatt wird dann automatisch abgezogen.
********************
Bildquellen:
Bat – artedea.net
Sistrum – Earthenware sistrum – Museu Egipci de Barcelona 01 / Joe Mabel / commons.wikimedia.org