Somewhere over the rainbow …

Ich setze meine kleine Serie mit einer weiteren Regenbogengöttin fort. Und wir reisen dazu nach Hawai.
Die hawaiianische Regenbogengöttin Anuenue kommt als Botschafterin der Gottheiten von den „Wolkeninseln“ hinunter auf die Erde.
Es erscheint damit die Göttin selbst, die um Regen gebeten werden kann und von der man auch hofft, dass sie andere Wünsche erfüllt.
Regenbögen sind in vielen Kulturen ein Zeichen für Schutz, Wohlstand, Glück. Er wird daher auch in Hawaii als ein gutes Zeichen gedeutet, wenn AhnInnen auf den Himmel einen Regenbogen malen. Es erscheint damit die Göttin selbst, die um Regen gebeten werden kann und von der man auch hofft, dass sie andere Wünsche erfüllt.
Sie gilt mit ihrem Regenbogen als Brücke zwischen der Erde und der himmlischen Welt. Für die Gottheiten war dies der Pfad, um auf die Erde zu gelangen. Die Menschen glauben auch daran, dass die Seelen der Verstorbenen auf dem Regenbogen der Göttin zu den himmlischen Gebieten reisen können.
Dieser Gedanke hat mich beim Malen dieses Bildes begleitet.
Was für eine schöne Vorstellung: Dereinst auf dem Regenbogen der Göttin in den Himmel zu gelangen. Wie anders als im Christentum, wo es neben Himmel auch die Alternativen Fegefeuer und Hölle gibt.
In Hawaii einfach nur Himmel – und eine Regenbogenbrücke dorthin von der Göttin persönlich kreiert.

Auf das Bild wollte daher kein klassischer Regenbogen, sondern ich habe mir vorgestellt, wie die Menschen auf den Regenbogenhaaren der Göttin in den Himmel gelangen. Oder die anderen Gottheiten auf ihren Haaren zur Erde hinunter rutschen.

Geboren aus Wind und Regen

Der Legende nach wurde Anuenue aus dem göttlichen Wind und Regen des Mānoa-Tals auf Oʻahu geboren, das für hohe Niederschläge und atemberaubenden Regenbögen bekannt ist. Seit der Antike gilt das Tal als „königlicher Palast der Regenbögen“.
Der hawaiianische Name für Regenbogen ist auch Anuenue.

Sie wird als gütige, freundliche und wohlwollende Göttin wahrgenommen. Das zeigt sich z.B. in der Geschichte, in der sie einst ein Kind von einer hohen Klippe fallen sah und einen Regenbogen sandte, um seinen Sturz abzufedern und ihm eine sichere Landung zu ermöglichen.

Der Zorn der Göttin

Doch sie war nicht nur gütig, sie konnte auch ganz schön zornig sein. Davon erzählt eine alte Legende: Mahaka, ein schöner, junger, tapferer und starker Stammeshäuptling war einst sehr verzweifelt, denn es hatte in seinem Tal auf der Insel Oahu bereits seit sieben Jahren nicht mehr geregnet und sein Volk litt an Hunger und Durst. Er erklomm den höchsten Berg, um Kontakt mit seinen AhnInnen aufzunehmen und zu beten.
Dort erschien ihm die Anuenue. Mahaka verliebte sich sofort unsterblich in die Göttin.
Sie erwiderte seine Liebe, denn sie hatte ihn schon lange vom Himmel aus beobachtet und bereits großen Gefallen an ihm gefunden. Sie schickte seinem Volk sanften, fruchtbaren Regen.

Die Menschen waren sehr glücklich und dankbar. Sie errichteten einen heiligen Tempel für die Göttin und brachten ihr stets die besten Fänge, die sie als Fischer aus dem Meer holten, als Weihegaben dar.

Das ging einige Zeit gut, doch dann wurde ein besonders toller Fisch gefangen. Mahaka lief zum Strand, um ihn zu holen und Anuenue zu schenken. Dort traf er allerdings auf ein schönes Mädchen namens Maiili. Von ihrer Schönheit und Ausstrahlung war er so fasziniert, dass er ihr diesen Fisch schenkte und offenbar gleich an Ort und Stelle mit ihr Liebe machte. Der Göttin brachte er dann einen minderwertigen Fisch, was sie erzürnte.
Denn Anuenue hatte all dies bereits von ihrem Regenbogen aus beobachtet.
Einen Fehltritt hätte sie ihm verziehen, doch über das üble Geschenk und ob der Tatsache, dass er sich auch am nächsten Tag mit Maiili traf, was sie so erzürnt, dass sie böse dunkle Wolken am Himmel aufziehen und ein schreckliches Gewitter über das Tal niedergehen ließ, das das Land komplett zerstörte.

Nach diesem Gewitter ließ sie es nicht mehr regnen und erneut machte sich eine große Dürre breit. Mahaka verlor seine Kraft und war nicht mehr länger Häuptling. Anuenue bekam erst nach Jahren Mitleid mit diesem Volk und schickte wieder Regen und zeigte sich selbst als Regenbogen.

Diese Geschichte ist Inhalt vieler alter Gesänge und Hula-Tänze. Unter dem Segen und der Führung der Regenbogengöttin Anuenue wird die Kultur von Hawaii aufrecht erhalten.

Kennen wir das aus unseren eigenen Leben?

Was sagt uns das? Auch mit einer wohlwollenden und freundlichen Göttin ist nicht zu spaßen. Und da Göttinnen ja immer auch der Ausdruck von weiblicher Kraft sind, kann ich persönlich diesen Zorn gut verstehen. Dass gleich das ganze Volk darunter leiden musste, finde ich weniger gut.
Kennen wir das aus unserem eigenen Leben? Eine Verletzung, Treulosigkeit, ein Betrug der in uns die tiefsten Gefühle herausholt.
Wie gehen wir damit um?

  • Zerstören wir gleich alles?
  • Bestrafen oder verlassen wir nicht nur den Menschen, der uns das angetan hat, sondern setzen wir gleich zu einem Rundum-Schlag an?
  • Schlagen wir alles kurz und klein – die Beziehungen zu anderen Menschen, die im Umkreis des „Täters“ sind und alles, was eigentlich gut ist – Wohnort, Job etc.
  • Und wie sehr verletzen wir uns damit selbst?
  • Und wann ist der Zeitpunkt, an dem Mitleid, Verzeihung, Wiedergutmachung angesagt ist?
  • Wann lassen wir es wieder regnen, wann werden wir zum Regenbogen?
  • Wann können wir selbst wieder nach schlechten Erfahrungen aus den Gewitterwolken auftauchen und in allen Farben unseres Seins erstrahlen?

Diese Gedanken begleiteten mich auch, während ich die schönen Regenbogenhaare der Göttin malte.

Hoffnung inmitten von Widrigkeiten

Trotz dieses Zorns ist Anuenue eine hoffnungsfrohe Göttin. In der hawaiianischen Folklore wird das Erscheinen eines Regenbogens oft als Zeichen der Göttin angesehen, die Gutes bringt. Er ist ein Vorbote positiver Veränderungen und erinnert daran, dass es selbst inmitten von Widrigkeiten immer Hoffnung gibt.
Die leuchtenden Farben des Regenbogens spiegeln die Vielfalt und Schönheit des Lebens wider. Sie repräsentieren die Verbundenheit aller Dinge und die Harmonie der Natur.
Daher ist der Regenbogen zu einem kraftvollen Symbol der hawaiianischen Kultur geworden und repräsentiert sowohl die spirituellen als auch die natürlichen Aspekte des Lebens.

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Mehr Informationen zur erwähnten Göttin:
Anuenue 

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